Biografie

Novalis

Der deutsche Philosoph, Schriftsteller, Lyriker und Bergbauingenieur avancierte zum Typus des frühromantischen Genius. Er hinterließ nicht nur ein geheimnisvolles Werk, sondern er war ein mystischer Schwärmer mit Todessehnsucht, für den die "Welt zum Traum wird und der Traum zur Welt". Novalis ließ in die romantisierte Welt naturwissenschaftliche Erkenntnisse einfließen. Erst nach seinem Tod wurde die Vielzahl seiner Werke veröffentlicht. Darin beschäftigt er sich mit religiösen, ästhetischen und literarischen Themen, die auf die zeitgenössische Philosophie und Naturwissenschaften gelenkt sind. Sein religiös geprägtes Naturverständnis übersetzte er mit den "Hymnen an die Nacht" (1800) in eine dichterische Form...
Georg Philipp Friedrich von Hardenberg wurde am 2. Mai 1772 als Sohn von Heinrich Ulrich Erasmus von Hardenberg (1738-1814) und seiner Frau Auguste Bernhardine, geborene von Bölzig (1749-1818), geboren.

Sein Vater war ab 1784 Direktor der kursächsischen Salinen in Thüringen. Novalis wurde im pietistischen Glauben erzogen. Bereits 1788 schrieb er erste Gedichte und 1789 folgten Verserzählungen und Übersetzungen. Im gleichen Jahr lernte er Gottfried August Bürger kennen in Langendorf bei Weißenfels. Von 1790 bis 1794 studierte er Jura in Jena, Leipzig und Wittenberg. Noch während seines Studiums 1791 veröffentlichte er das Gedicht "Klagen eines Jünglings" im "Neuen Deutschen Merkus". Novalis hörte in diesem Jahr in Jena die Geschichtsvorlesungen von Friedrich Schiller. Im Jahr darauf lernte er Friedrich Schlegel in Leipzig kennen.

Nach der Universität betätigte er sich als Praktikant in Tennstedt. Am 17. November 1794 begegnete er dort Sophie von Kühn, mit der er sich 1795 inoffiziell verlobte. Im Sommer traf er auf Johann Gottlieb Fichte und Friedrich Hölderlin. Danach begann er Fichtes "Wissenschaftslehre" zu studieren. Von 1795 bis 1796 gesellte sich Novalis zu den sogenannten Jenaern Romantikern, unter denen sich die Brüder August Wilhelm und Friedrich Schlegel, Dorothea Veit, Caroline Schlegel, Friedrich Wilhelm Joseph Schelling, Ludwig Tieck und andere befanden. In diesem Kreis "symphilosophierten" die Teilnehmer, um die Wirkung der philosophischen Kenntnisse in der Gemeinsamkeit zu erhöhen.

Diese Art der Erkenntnisgewinnung auf verschiedenen Ebenen war ein Kennzeichen der Frühromantik, wie die umfassende Verbindung zwischen Gefühl, Traum, Tatsachen und Ratio in Persönlichkeiten wie Novalis und seinen Werken offenbart. Ab 1796 war Novalis Akzessist bei der Salinendirektion in Weißenfels. Er wurde in dieser Zeit von Friedrich Schlegel besucht, es folgten gegenseitige Besuche. Am 19. März 1797 starb Sophie von Kühn. Ihr Tod beeinflusste das literarische Schaffen von Novalis. Am 18. April 1797 begann er die Arbeit am "Journal" und im Sommer traf er mit August Wilhelm und Caroline Schlegel zusammen. Am Jahresende begegnete er Friedrich Wilhelm Joseph Schlegel in Leipzig, und er begann in Freiberg das Studium an der dortigen Bergakademie um seine naturwissenschaftlichen Kenntnisse aufzubessern.

In Freiberg hatte er Kontakt zu dem bekannten Akademie-Professor Abraham Gottlob Werner, dessen Figur Novalis in sein bekanntestes Werk "Heinrich von Ofterdingen" andeutend einfließen ließ. Für den Dichter war der Lehrer eine gelungene Verbindung aus wissenschaftlichem Forschergeist und staunender Hingabe an die Naturerscheinungen, gleich einem Kinde. Aber Novalis selbst war diesbezüglich eine schillernde Figur - einerseits voller Mystik, andererseits wissenschaftlich gebildet. Diese Ambivalenz offenbarte sich auch im frühromantischen "Symphilosophieren". Am 22. Januar 1798 wurde das Gedicht "Der Fremdling" veröffentlicht. Im März dieses Jahres besuchte er mit August Wilhelm Schlegel Goethe in Weimar und Schiller in Jena.

Einen Monat später erschien sein erstes bedeutendes Werk, die Fragmentsammlung "Blütenstaub" in der Zeitschrift "Athenaeum" unter seinem bekannten Pseudonym Novalis. Der Name ist abgeleitet aus dem Namen eines älteren Familienzweiges, von Roden, und latinisiert und interpretiert als "einer, der Neuland bestellt". Novalis und die Frühromantiker sahen sich als Neuerer, die der vordergründigen die transzendentale Welt, das innere Ich, programmatisch entgegensetzten. Er begannen 1798 die Arbeiten an dem Fragment gebliebenen Naturroman "Die Lehrlinge zu Sais". Hierbei bewährte er sich als romantischer Erzähler, der den Weg zur Selbst- und Naturerkenntnis im romantischen Sinne beschreibt.

Im Sommer erschienen "Blumen", "Glauben und Liebe" sowie weitere Fragmente zur romantischen Philosophie und Poesie. Novalis begann in diesem Jahr die "Allgemeinen Brouillons", einen Monat später fand die erste Begegnung mit Jean Paul statt. Am Ende des Jahres verlobte er sich mit Julie von Charpentier (1776-1811). 1799 begegneten ihm erstmals Ludwig Tieck und Johann Gottfried von Herder. Er verfertigte die ersten "Geistlichen Lieder" und die geschichtsphilosophische Programmschrift "Die Christenheit oder Europa", in der er die Einheit mit dem Mittelalter beschwört als eine Vorstellung von einem Staat mit individuellen und gesellschaftlichen Beziehungen ohne vordergründiges Besitz- und Genussdenken. Es ist das Goldene Zeitalter, in das sich die Frühromantiker mit ihrer einheitsstiftenden Religion sehnen.

Vom 11. bis 14. November 1799 trafen sich Novalis, die Brüder August Wilhelm und Friedrich Schlegel, Ludwig Tieck, Wilhelm Joseph Schelling und Ritter zum Romantikertreffen in Jena. Danach begann Novalis die Arbeit am "Heinrich von Ofterdingen". Im April schloss er den ersten Teil des symbolischen Künstlerromans ab. Er bleibt Fragment. Auch darin wird - programmatisch - der Weg nach Innen beschrieben als Gegensatz zur rationalen Natur wie in Goethes "Wilhelm Meister". Das Credo ist die Poetisierung der Welt durch die kreative Einbildungskraft. Die darin vorkommende "blaue Blume" wurde zum Sinnbild für die Romantik. Im Jahr darauf wurde die handschriftliche Fassung der "Hymnen an die Nacht" fertig. Sie erschienen in revidierter Fassung im 6. Heft des "Athenaeums" im August 1799.

Die "Hymnen" sind Novalis bedeutendstes Lyrikwerk. Sie verarbeiten persönliche Erfahrungen und Allgemeines in subjektiver Weise, mystische und religiöse Gedanken, Todeserfahrung sowie Fichtes Ich-Philosophie finden darin Verwendung zu einer phantasievollen Schau eines Reiches der Liebe, die als poetische Religion angepriesen wird. Er studierte dann intensiv die Werke des Mystikers Jakob Böhme. Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich ab September 1800.

Novalis verstarb am 25. März 1801 in Weißenfels wahrscheinlich an Lungenschwindsucht.

NameGeorg Philipp Friedrich von Hardenberg

AliasNovalis

Geboren am02.05.1772

SternzeichenStier 21.04 - 21.05

GeburtsortOberwiederstedt (Hettstett)

Verstorben am25.03.1801

TodesortWeißenfels