Biografie

Frank Schirrmacher

Der Journalist, Literaturwissenschaftler, Essayist und Buchautor war seit 1994 Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). In dieser Position etablierte sich Frank Schirrmacher als einer der einflussreichsten und anerkanntesten Medienmacher Deutschlands. Dabei gelang es dem nicht unumstrittenen studierten Philosophen und Germanist, durch die Aufbereitung von Themen, weitreiche Diskussionen in der öffentlichen Aufmerksamkeit zu verankern. Auch als Sachbuchautor trat er in Erscheinung. Große Aufmerksamkeit erregte er dabei mit dem Titel: "Das Methusalem Komplott" (2004) in dem er auf eine Vergreisung der Gesellschaft aufgrund niedriger Geburtenraten hinweist. Schirrmacher war u.a. Mitglied des Clare College der Universität Cambridge (seit 1981) und Stellvertretender Vorsitzender des Stiftungsrats der Herbert-Quandt-Stiftung (seit 1999)...
Frank Schirrmacher wurde am 5. September 1959 in Wiesbaden geboren.

Nach Abschluss der Schule mit Abitur studierte Schirrmacher an den Universitäten von Heidelberg und Cambridge Germanistik, Anglistik und Philosophie. 1985 startete er seine journalistische Karriere als Redakteur des Feuilletons der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. 1988 promovierte Schirrmacher über eine Dissertation über Franz Kafka zum Dr. phil. Von 1989 bis 1993 wurde Schirrmacher Leiter der Redaktion "Literatur und literarisches Leben" in der Nachfolge des Literatutkritikers Marcel Reich Ranicki. Im Jahr 1994 wurde Frank Schirrmacher in der Nachfolge von Joachim Fest einer der fünf Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). Er beschäftigte sich seit dem Jahr 2000 mit den Fragen eines demografischen Wandels in Deutschland und Europa. Dabei führte er zahlreiche Gespräche, unter anderem mit den Wissenschaftlern Craig Venter, Erwin Chargaff, oder dem Nanotechnologen Palo Alto.

Bei der FAZ wurde er auch zuständig für das Feuilleton sowie das Ressort Natur und Wissenschaft. In dieser Funktion gab Schirrmacher entscheidende Anstöße zu Debatten um Themen wie der Gentechnik und der Hirnforschung. Ab 2000 baute er durch den gewinn namhafter Journalisten diesen Segment weiter aus. 2002 wurden die Inhalte des Feuilletons streckenweise wieder reduziert. Davon betroffen war auch das Angebot der "Berliner Seiten". Schlagzeilen machte er indes durch seine Kritik am Buch von Martin Walser "Tod eines Kritikers", worin Schirrmacher antisemitische Passagen erkannt haben will. Diese Äußerungen führten zu zahlreichen Disputen, die über Wochen von der Öffentlichkeit beobachtet wurden. Als Novum der Literaturkritik reagierte der Verlag vor der Publikation mit der Änderung einiger Abschnitte. Dieses war möglich, da Schirrmacher den Inhalt vor dem Druck als Skript erhalten hatte.

Im Jahr 2004 veröffentlichte Schirrmacher das Sachbuch "Das Methusalem Komplott". Darin schildert der Autor aktuelle gefahren und Risiken der modernen Gesellschaft vor dem Hintergrund der allgemeinen Vergreisung durch die gestiegene Lebenserwartung. Er vertritt darin die Ansicht, dass die westlichen Gesellschaften vor einer grundlegenden Revolution, vor einer zuvor nie da gewesenen Herausforderung stehen. Dieses Buch, das massiv in den Medien diskutiert wurde und das von einem Vorabdruck im Spiegel, einer Artikelserie in der Bild-Zeitung und Fernsehauftritten Schirrmachers begleitet wurde, entwickelte sich zu einem Bestseller der in 14 Sprachen übersetzt. Des Weiteren brachte er "Die Darwin AG" heraus. 2006 erscheint sein Buch "Minimum".

Für großes Medieninteresse sorgte er am 14. August 2006 mit der Veröffentlichung eines Eingeständnisses des deutschen Literaturnobelpreisträgers Günter Grass, dass dieser als Gefreiter zur Waffen-SS in den letzten Kriegstagen eingezogen worden war. Im Jahr 2007 wurde er für "Methusalem-Komplott" mit dem "Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache" ausgezeichnet. Im November 2009 erschien sein Buch "Payback. Warum wir im Informationszeitalter gezwungen sind zu tun, was wir nicht tun wollen, und wie wir die Kontrolle über unser Denken zurückgewinnen", in dem er sich mit dem Einfluss moderner Informationsmedien auf den Menschen auseinandersetzt. Im selben Jahr wurde er mit dem Ludwig-Börne-Preis ausgezeichnet. 2012 wurde er mit der Josef-Neuberger-Medaille der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf ausgezeichnet.

Frank Schirrmacher starb am 12. Juni 2014 in Frankfurt am Main an den Folgen eines Herzinfarkts.

NameFrank Schirrmacher

Geboren am05.09.1959

SternzeichenJungfrau 24.08 -23.09

GeburtsortWiesbaden (D).

Verstorben am12.06.2014

TodesortFrankfurt a.M. (D).