Biografie

Bertrand Tavernier

Der Sohn eines französischen Verlegers und Schriftstellers stieg ab Mitte der 1970er Jahre zu einem der bedeutendsten Regisseure des französischen Films auf. Bertrand Tavernier machte sich mit Filmen wie "L`Horloger de St. Paul" (1974), "Round Midnight" (1986) und "L'Appât" (1995) auch einen internationalen Namen. Daneben entwickelte der Regisseur ein ausgeprägtes politisches und sozialkritisches Engagement: In mehreren Dokumentarfilmen setzte er sich mit den Themen des Krieges, der Gewalt und der Ausgrenzung in der Gesellschaft auseinander...
Bertrand René Maurice Tavernier wurde am 25. April 1941 in Lyon geboren.

Sein Vater, René Tavernier, war als Verleger und Schriftsteller tätig. Nach der Schule nahm Tavernier ein Jura-Studium auf, das er jedoch bald wieder abbrach. Zusammen mit seinem Schulfreund Volker Schlöndorff wandte er sich nun dem Film zu, um zunächst als Regieassistent tätig zu werden. Tavernier legte sein Regiedebüt 1963 mit einem Beitrag für den Episodenfilm "Les Baisers" vor. Danach folgten Tätigkeiten als Presseagent und Drehbuchautor.

Außerdem setzte er sich nun verstärkt mit dem amerikanischen Film auseinander, etwa im Rahmen des von ihm gegründeten Filmklubs "Nickelodéon" oder einer Publikation zur Geschichte des amerikanischen Kinos. Seinen ersten Spielfilm legte Tavernier 1974 unter dem Titel "L`Horloger de St. Paul" mit Philippe Noiret in der Hauptrolle vor, mit dem er dann in vielen seinen Filmen zusammenarbeitete. Der Film bedeutete den Durchbruch für den Regisseur und gewann bei den Berliner Filmfestspielen einen Silbernen Bären.

Weitere Erfolgsfilme Taverniers waren etwa die Reality-TV-Utopie "La Mort en direct" (1979) mit Rosemarie Magdalena Albach und der Jazz-Film "Round Midnight" (1986), der einen Oscar für die Filmmusik gewann. Aus einer Reise in die Südstaaten der USA entstand 1983 der Dokumentarfilm "Mississippi Blues". Verknüpft mit dem politischen Engagement Taverniers sind die Anti-Kriegs-Filme "Contre l'oubli" (1991), den er mit anderen Regisseuren für amnesty international drehte, und die Dokumentation über den Algerienkrieg "La Guerre sans nom" (1991).

Für seinen Film "L'Appât" (1995), eine umstrittene und Aufsehen erregende Studie über die Gewaltbereitschaft der Jugend, gewann Tavernier den Goldenen Bären bei den Berliner Filmfestspielen. Für "Captaine Conan" (1996), eine Auseinandersetzung mit den Auswirkungen des Krieges auf die Soldaten, erhielt er einen César für den Hauptdarsteller. Der Dokumetarfilm "De l'autre côté du périph" (1998) entstand in Zusammenarbeit mit Sohn Nils Tavernier, mit dem er mehrere Monate in den Trabantenstädten von Paris verbrachte.

Die Sozialreportage bezog gegen die französischen Ausländergesetze Stellung. Der sozialkritische Film "Ça commence aujourd'hui" (1999) wurde auf der Berlinale mit dem Preis der Filmkritik ausgezeichnet.
1963:
Les Baisers (Episode: Baiser de Judas)

1974:
L'Horloger de St. Paul

1975:
Que la fête commence

1976:
Le Juge et l'Assassin

1977:
Des enfants gâtés

1979:
La Mort en direct

1980:
Une Semaine de vacances

1981:
Coup de torchon

1983:
Cinécitron;
La huitième génération;
Mississippi Blues

1984:
Une dimanche à la campagne

1986:
Round Midnight

1987:
La Passion Béatrice

1988:
Les Yeux baissés

1989:
La Vie et rien d'autre

1990:
Daddy Nostalgie

1991:
Contre l'oubli;
La Guerre sans nom

1992:
L.627

1994:
La Fille de d'Artagnan

1995:
L'Appât

1996:
Capitaine Conan

1998:
De l'autre côté du périph

1999:
Ça commence aujourd'hui

2001:
Histoires de vies brisées: les 'double peine' de Lyon;
Les Enfants de Thiès (TV)

2002:
Laissez-passer

2004:
Holy Lola

NameBertrand Tavernier

Geboren am25.04.1941

SternzeichenStier 21.04 - 21.05

GeburtsortLyon (F).