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Victor Hugo
Der Schriftsteller begründete die französische Romantik und war einer ihrer profiliertesten Repräsentanten. In seinem produktiven Werk wirkte Victor Hugo als Anreger auf weitere Dichtergenerationen besonders im 19. Jahrhundert. Hugo bevorzugte nicht nur das Pathetische, sondern erfand auch das Groteske als ästhetische Qualität in der Literatur. Victor Hugo schrieb unter anderem Romane, Dramen und Gedichte, die maßstäblichen Charakter besaßen. Sein romantischer Roman "Notre-Dames de Paris" über das Paris im 15. Jahrhundert gilt als bedeutendster französischer Historienroman...
Hugo
Biografie
Victor Marie Hugo wurde am 26. Februar 1802 in Besançon geboren.

Bereits als Jugendlicher interessierte sich Victor Hugo für das Schreiben. 1817 ehrte ihn die Académie française mit einer Auszeichnung für eines seiner frühen Gedichte. Zwei Jahre später veröffentlichte er seinen Roman "Bug Jargal". 1822 wurde sein Gedichtband "Odes et poésie diverses", zu deutsch "Oden und andere Gedichte", publiziert.

Es folgten kurz hintereinander das Romanwerk "Han d`Islande" (1832), zu deutsch "Han von Island", sowie die Gedichtsammlungen "Odes nouvelles" (1824), zu deutsch "Neue Oden", und "Odes et ballades" (1826), zu deutsch "Oden und Balladen". In den beiden Jahren 1823 und 1824 war er Mitglied in dem Dichterkreis "Le Cénacle", der sich um den Schriftsteller Jean Charles Emmanuel Nodier gebildet hatte.

Victor Hugo gehörte zu den Mitbegründern der Zeitschrift "Le Conservateur littéraire". In dem Vorwort seines historischen Versdramas "Cromwell" (1827) legte er sein literarisches Programm fest. Darin verkündete er die Loslösung von dem strengen Stilprinzip der französischen Klassik. Er propagierte dagegen das Hässliche und Groteske des Lebens als Wahrheitsanspruch der Literatur.

Er setzte die Natur gleich mit der Kunst. Das "Cromwell"-Stück wurde erst im Jahr 1956 im Ehrenhof des Louvre uraufgeführt. Das Vorwort wurde 1827 als Manifest der romantischen Bewegung gesondert als "Préface de Cromwell" herausgegeben. Es wurde zur wichtigsten Programmschrift der französischen Romantiker. Damit wurde Hugo in den Jahren 1827 und 1828 zur zentralen Figur in der Gruppe "Le Cénacle".

In seinem zweiten Versdrama über Marion de Lorme, eine berühmte Kurtisane des 17. Jahrhunderts, setzte er sein Literaturprogramm konsequent um. Die Zensur begründete ein Veröffentlichungsverbot mit den auf die Spitze getriebenen Darstellungen über Ludwig XIII. 1830 kam dafür das Drama "Hernani ou l`Honneur Castillan" heraus. In dem Fünfakter wandte Victor Hugo anstatt des strengen Alexandriner-Versmaßes den lockeren Vers coupé an.

Der Protagonist der Lektüre bewegte sich in seiner Eigenart zwischen übermütig und hoheitsvoll. Bei der Uraufführung in der Comédie-Française löste das Stück kontroverse Diskussionen zwischen den Romantikern und den kritischen Konservativen aus. In die Literaturgeschichte ging dieses Ereignis als Bateille d`Hernani, als Hernanischlacht ein, die in den damaligen Zeitungen fortgeführt wurde.

Mit dem Drama "Hernani" inspirierte Hugo den italienischen Komponisten Giuseppe Verdi zu seiner Oper "Ernani" aus dem Jahr 1844. Mit dem Geschichtsroman "Notre-Dames de Paris" (1831) schaffte Victor Hugo seinen Durchbruch als romantischer Romanschriftsteller. Er handelt vom Paris des 15. Jahrhunderts mit der gotischen Kathedrale als Mittelpunkt. Das Werk erlangte Weltruhm und steht für das gelungenste historische französische Romanwerk. Auch in der deutschen Übersetzung als "Glöckner von Notre-Dame" wurde das Buch weithin bekannt und erfuhr einige Verfilmungen.

Im Jahr 1841 wurde Victor Hugo in die Académie française aufgenommen. Das im Jahr 1843 entstandene Drama "Le Burggraves" wurde im Gegensatz zum "Glöckner" ein Misserfolg. Im gleichen Jahr starb seine Tochter Léopoldine. Der Titel "Les Misérables" (1862, dt. 1929) liegt zwischen Kriminalroman und historischem Roman. Auch darin – wie in vielen seiner übrigen Stücke – verwandte sich der Dichter als Fürsprecher für das Volk und für die Benachteiligten.

Aus dieser Motivation heraus sind zum Teil auch "Le Châtiments", Hassgedichte auf Napoléon III. zu verstehen. Später wandte sich der Schriftsteller mehr der Politik zu. Hugos Einstellung zur Monarchie war bereits in seinem Elternhaus geprägt worden. So nahm er nach der Juli-Revolution Partei für die Royalisten. 1845 wurde er durch König Louis Philippe geadelt. Doch während der Revolution von 1848 wurde er zum Anhänger der Republikaner und bonapartistischer Abgeordneter im Parlament.

Ein Jahr darauf wurde er Mitglied der Gesetzgebenden Nationalversammlung. Sein politisches Engagement fand mit dem erfolglosen Staatsstreich gegen Präsident Louis Napoleon, der später Kaiser Napoleon III. wurde, im Jahr 1851 ein schnelles Ende. Victor Hugo musste fliehen und lebte bis zum Jahr 1870 auf der Insel Guernsey. Danach kehrte er nach Frankreich zurück.

Victor Hugo starb am 22. Mai 1885 in Paris.

Der Prix Victor Hugo als einer der bedeutendsten Literaturpreise Frankreichs wurde nach dem Dichter benannt. Victor Hugos literarische Wirkung reichte über sein Jahrhundert hinaus. Nachhaltig prägte sein Werk die Schriftsteller der Parnassiens, eine Gruppe der französischen Moderne.
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Biografie
Werksverzeichnis
Nachname: Hugo
Vorname: Victor
Geburtsdatum: 1802-02-26
Geburtsort: Besançon (F).
Todesdatum: 1885-05-22
Todesort: Paris (F).
Sternzeichen: Fische 20.02 - 20.03
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