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Nikolaus von Kues
Der deutsche Philosoph, Naturwissenschaftler und berühmte Kirchenfürst Nikolaus von Kues markierte in seiner Haltung die Grenze zwischen Scholastik und Humanismus. Er behauptete die Nichterkennbarkeit Gottes, da dessen Unendlichkeit für den menschlichen Verstand nicht fassbar sei. Den Mensch sowie jedes andere Ding fasste er als Mikrokosmos auf, sozusagen als Abbild des Kosmos. Nikolaus von Kues veranschaulichte die Probleme des unendlich Großen und Kleinen in mathematischen Ausdrucksweisen. Er war zunächst ein Kirchenreformer, der sich später aber auf das Papsttum berief...
Biografie
Nikolaus de Kues wurde als Sohn des wohlhabenden Schiffers und Kaufmanns Johan Krebs und seiner Frau Katharina, geborene Roemer, im Jahr 1401 in Kues an der Mosel geboren.

Über die Kindheits- und Jugendjahre von Nikolaus von Kues ist wenig bekannt. Er genoss seine Ausbildung vermutlich in der katholischen Schulgenossenschaft Gemeinsames Leben im holländischen Deventer. Dort machte er Bekanntschaft mit der Mystik besonders von Meister Eckhart und dem Nominalismus von Wilhelm von Ockham.

Ab dem Jahr 1416 studierte er in Heidelberg. Ein Jahr darauf begann er als Baccalaureus der Freien Künste an der Universität Padua Rechtswissenschaften zu studieren. 1423 schloss er seine Studien ab. Nikolaus von Kues` Nachnamen ist in einigen Varianten überliefert wie Cryfts, Krieffts, Krebs, Crypffts, Krevers oder Cusanus. Anfangs bezeichnete er sich selbst als Nycolaus Cancer de Coeße. Dann nannte er sich Nicolaus Treverensis oder Nicolaus de Cußa.

Ab dem Jahr 1430 ließ er den Familiennamen gänzlich weg. Ab dem Jahr 1440 ist dokumentiert, dass er sich Nicolaus de Cusanus nannte. Es ist die latinisierte Form von Kues, dem Namen seines Geburtsortes Kues, heute Bernkastel-Kues. Diese Namensgebung war damals nicht unüblich. Zu seinen Interessensbereichen zählte neben den Rechtswissenschaften auch Philosophie, Mathematik und Astronomie, mit denen er sich intensiv beschäftigte.

Ab dem 1425 studierte Nikolaus von Kues in Köln Theologie und Philosophie. 1433 entdeckte er durch Quellenstudien in Bibliotheken, dass die Konstantinische Schenkung im achten Jahrhundert gefälscht war. Diese Entdeckung und seine große Gelehrsamkeit machten ihn bald bekannt – auch weit über die Grenzen Deutschlands hinaus. Durch seine Schriftstudien stieß er auch auf den Katalanen Raimundus Lullus, der ihn in seinem Denken prägte.

In Lullus` Schriften begegnete ihm der Begriff "concordantia", den Niolaus von Kues bald zu seinem Zentralbegriff vereinnahmte. So entstand während des Baseler Konzils (1431–1449), an dem er teilnahm, im Jahr 1433 seine Schrift "De concordantia catholica". Darin forderte und erläuterte er eine neue Ekklesiologie, eine Konzils- und Staatstheorie und eine Reichsreform. Nikolaus von Kues propagierte in seiner "concordantia" das Konzil als höchste Instanz und nicht den Papst.

Auch auf dem Konzil vertrat er seine Reformbemühungen gegenüber Kirche und Staat. Später revidierte er seine Haltung und trat für das Papsttum ein. 1450 wurde er Bischof von Brixen. Der habsburgische Erzherzog Sigismund wehrte sich gegen die Weihung Kues` zum Bischof. Er ließ ihn verhaften und exkommunizieren. Kues erkannte in der Unendlichkeit Gottes die Grenze der rationalen Fassbarkeit durch den Menschen. Jesus Christus ist für ihn das Bindeglied zwischen Gott und Welt.

Für Nikolaus von Kues fungiert Gottes Sohn als Inbegriff des Logos. In Gott erkannte er die Möglichkeit, dass Gegensätze zusammenfallen können. Neben seiner kirchlichen Tätigkeit beschäftigte sich Nikolaus von Kues mit Mathematik, Naturwissenschaften und Philosophie. Er gilt in seiner geistigen Haltung als Grenzstein zwischen Scholastik und Humanismus. Kues war der Wegbereiter des Rationalismus, indem er die mathematische Denk- und Ausdrucksweise auf die Fachgebiete Philosophie, Anthropologie und Theologie anwandte.

Damit stieß er das Tor zum neuzeitlichen Denken auf. Diese Denkweise wandte er beispielsweise auch an, um Fragen des unendlich Kleinen oder Großen anschaulich zu behandeln. Rationalistisch war auch seine geistige Haltung gegenüber dem Menschen geprägt, den er sowie alle anderen Dinge auch als Mikrokosmos erkannte. Der Mikrokosmos ist für Nikolaus von Kues ein Abbild des Universums. Die Ordnung darin verläuft für ihn als Stufenfolge vom Höchsten bis zum Niedrigsten.

Cusanus formulierte vier unterschiedliche Stufen der Erkenntnis: 1. sinnliche Wahrnehmung, 2. Verstand als Gegenüberstellung von Gegensätzen, 3. Vernunft als Vereinigung von Gegensätzen und 4. Intuition als als völlige Vereinigung von Gegensätzen. Nikolaus von Kues reformierte den Kalender, der später dann auch von Papst Gregor XIII. übernommen wurde. Er war den Erkenntnissen von Nikolaus Kopernikus über die Erdrotation fast hundert Jahre voraus.

Zu seiner Beschäftigung gehörten unter anderem auch wissenschaftliche Experimente. Darüber hinaus befasste er sich mit Medizin, Kartenlehre und Botanik. Nikolaus von Kues soll die zwölf Komödien des römischen Dichters Plautus entdeckt haben. Daneben beschäftigte sich Nikolaus von Kues auch mit Mathematik, Naturwissenschaften und Philosophie. Er gilt in seiner geistigen Haltung als Grenzstein zwischen Scholastik und Humanismus.

Zu seinen Hauptwerken zählen unter anderem "De Visione Dei" (1453), "De principio" (1453) und "De cribratione Alchoran" (1461).

Nikolaus von Kues starb am 11. August 1464 im umbrischen Todi.
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Biografie
Werksverzeichnis
Nachname: Kues
Vorname: Nikolaus von
Geburtsdatum: 1401-03-26
Geburtsort: Kues a.d.M.
Todesdatum: 1461-08-11
Todesort: Todi (Umbrien)
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