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Sven Hannawald wurde am 9. November 1974 als Sohn des Ehepaars Regina und Andreas Hannawald in Erlabrunn im Erzgebirge geboren.
Sven Hannawald zog mit seiner Familie nach Johanngeorgenstadt, einem Nachbarort von Erlabrunn, wo er seine Kinderjahre verbrachte. Im Alter von acht Jahren absolvierte er seine ersten Sprünge in der damaligen DDR.
Hannawald entwickelte sich schnell zu einem Skispringer an der Spitze seines Landes. Nach dem Fall der Berliner Mauer im November 1989 siedelte die Familie nach Jettingen bei Ulm über. In Furtwangen besuchte Sven Hannawald das Ski-Internat. Dort absolvierte er seinen Realschulabschluss.
Im Anschluss daran ließ er sich als Kommunikationselektroniker ausbilden. Nach dem Abschluss der Lehre ging er als Zeitsoldat zur Bundeswehr. Dort konnte er sich in der Sportfördergruppe seiner Disziplin widmen. In dieser Zeit machte er auch die Bekanntschaft des bekannten Skispringers Dieter Thoma, die sich zu einer freundschaftlichen Beziehung entwickelte.
Sven Hannawald siedelte nach Hinterzarten über, wo er heute noch seinen Wohnsitz hat und auch trainierte. Dort auf der Adlerschanze begann seine steile Skispringer-Laufbahn. Im Jahr 1991 landete er bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Vuokotti auf dem dritten Platz.
Danach gab es erst einmal einen Karriereknick, bedingt auch durch Verletzungen wie Nierenprellung und Gehirnerschütterung. Bei deutschen Wettkämpfen erreichte er höchstens Achtungserfolge und international rutschte er in den Continental-Cup ab. Der Deutsche Ski-Verband erwog zu dieser Zeit bereits, ihn aus dem Nationalkader zu nehmen.
Dann in der Saison 1997/98 kam der Durchbruch vom Talent zur Spitzenklasse. In dieser Zeit errang Sven Hannawald erstmals einen Weltcup-Titel bei der Vierschanzen-Tournee in Bischofshofen. Zuvor belegte er Rang fünf in Oberstdorf. Im Gesamtklassement des Vierschanzenspringens schaffte er einen großartigen zweiten Platz.
An den Olympischen Winterspielen in Nagano im Jahr 1998 machte ihm ein Formtief zu schaffen. Auf der Großschanze belegte er lediglich einen enttäuschenden 48. Platz. Gleich danach ging es wieder aufwärts. Sven Hannawald holte sich als erster Deutscher den Weltcup im Skifliegen. Im Gesamt-Weltcup erreichte er immerhin Platz sechs.
Im Folgejahr konnte er an seine guten Leistungen anschließen. In der Gesamtwertung erreichte er abermals Platz sechs. Dabei konnte er sich 17 Mal unter den Top ten qualifizieren. Bei den Weltmeisterschaften schaffte Hannawald auf der Großschanze die Silbermedaille hinter seinem Teamkollegen Martin Schmitt. In der Mannschaftswertung trug er zum Weltmeistertitel bei.
Mit gesundheitlichen Problemen hatte Sven Hannawald am Anfang der Saison 1999/2000 zu kämpfen. Nach einem Wechsel der Skimarke hatte der Sportler mehr Glück, ihm gelangen wieder preisverdächtige Weiten.
So belegte er in Garmisch-Partenkirchen bei der Vierschanzen-Tournee den vierten Platz. In Innsbruck landete er auf Rang sieben. Und in Bischofshofen kämpfte er sich auf Platz vier vor. Dann holte er sich den Weltmeistertitel bei der Skiflug-WM 2000 in Vikersund. Und er wurde wiederholt Sieger des Skiflug-Weltcups.
Die Mitte des Jahres 2000 war ebenfalls von schlechten Leistungen gekennzeichnet. Hannawald plagten Formtiefs, die Trainingsrückstände zur Folge hatten. Nach ärztlicher Konsultation war das gesundheitliche Tief überwunden, dennoch klappte es nicht mit den Weiten. Einziger Glanzpunkt war der Mannschaftstitel bei der Weltmeisterschaft in Lathi.
In der Saison 2001/2002 gab es ein Comeback Hannawalds zu seiner alten Hochleistungen. Der deutsche Skispringer siegte beim Weltcup in Neustadt, nachdem er am ersten Tag wegen einer fehlenden Plombe am Sprunganzug disqualifiziert worden war.
Seinen größten sportlichen Erfolg konnte er am 6. Januar 2002 verbuchen. An diesem Tag gewann er als erster und bisher einziger Springer alle vier Springen der Vierschanzen-Tournee. Mit dem Gesamtsieg der Tournee holte er sich sozusagen den Grand Slam des Skispringens.
Nach diesem Erfolg fand Sven Hannawald nicht mehr in die Erfolgsspur zurück. Er hatte zunehmend mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, mental und körperlich. Im April 2004 wurde Hannawald mit einem Burn-out-Syndrom in eine Klinik verbracht.
Während dieser Zeit beschloss Sven Hannawald, dass er beim Weltcup in Salt Lake City im Februar 2004 zum letzten Mal eine Skisprungschanze betreten hatte und gab damit das Ende seiner Sportlerkarriere bekannt.
Sven Hannawald ist mit Nadine Lorenz liiert, die im Dezember 2006 den gemeinsamen Sohn Matteo zur Welt brachte. |
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