Die Apollo-Mission

Der Wettstreit um die erste Landung eines Menschen auf dem Mond

Der US-amerikanische Präsident John F. Kennedy erklärte in seiner berühmten Rede vom 25. Mai 1961 vor dem Kongress die Landung von Menschen auf dem Mond als Ziel der amerikanischen Raumfahrt. Mit der Mission von Apollo 11 des NASA-Raumfahrtprogramms (National Aeronautics and Space Administration) wurde dieses Ziel erreicht: Am 20. Juli 1969 um 21:17 Uhr (MEZ) betrat mit Neil Alden Armstrong erstmals ein Mensch den Erdtrabanten. Es folgten fünf weitere Apollo-Missionen mit Mondlandungen. Das Apollo-Programm gilt als erfolgreichstes Raumfahrtprogramm, weil ausschließlich mit ihm Menschen zum Mond gelangten. Mit der Wasserung am 24. Juli 1975 nach dem Apollo-Sojus-Test-Projekt (ASTP) wurde das Programm endgültig eingestellt. Obendrein war das Apollo-Programm ein Instrument der Amerikaner im Kalten Krieg mit der Sowjetunion, um seine technische Überlegenheit im Wettlauf ins All zu belegen.

Ideologischer Wettstreit im All

Das Apollo-Programm begann bereits, als noch das Raumfahrtprogramm Mercury in vollem Gange war. Zunächst war das Ziel der Apollo-Missionen die bemannte Mondumkreisung. Die Bezeichnung ist an den griechischen Gott Apollo angelehnt, der als Gott der Sonne und des Licht sowie als guter Bogenschütze galt. Präsident Kennedy nannte in seiner Kongressrede mit der bemannten Mondlandung erstmals das weitere Ziel der amerikanischen Raumfahrt. Diese hielt er kurz nachdem mit dem sowjetischen Kosmonauten Juri Gagarin erstmals ein Mensch einen Flug im All absolviert hatte. Bis dahin galt die Sowjetunion als führende Raumfahrtnation. Kennedy eröffnete damit den Wettstreit um die erste Landung eines Menschen auf dem Mond, der mit dem Apollo-Programm gewonnen werden sollte.

Unbemannte Apollo-Flüge

Bereits mit Apollo 1ereignete sich am 27. Januar 1967 eine furchtbare Katastrophe, als bei einer Startprobe in der Kapsel Feuer ausbrach und die Astronauten Roger Chaffee, Ed White und Gus Grissom starben. Es folgten weitere Testflüge, die aber keine offiziellen fortlaufenden Bezeichnungen hatten. Erstmals an Bord einer Saturn-V-Rakete startete Apollo 4 am 9. November 1967 als unbemannte Mission. Es folgten mit Apollo 5 und 6 am 22. Januar und am 4. April 1968 zwei weitere unbemannte Flüge.

Bemannte Apollo-Missionen

Danach fing die Geschichte der bemannten Apollo-Flüge an. Die Landefähren der Raumschiffe, mit denen die Astronauten auf der Mondoberfläche landeten, hatten stets andere Bezeichnungen wie "Eagle" von Apollo 11 oder "Falcon" von Apollo 15. Mit dem Start von Apollo 7 am 11. Oktober 1968 gelangten in der US-amerikanischen Raumfahrt erstmals Menschen in die Erdumlaufbahn. Die Astronauten Donn Eisele, Walter Schirra und Walter Cunningham erprobten dort Flugmanöver. Apollo 8 mit James Lovell, William Anders und Kommandant Frank Borman an Bord startete am 21. Dezember 1968 erstmals zu einem Flug nach dem Mond. Nach drei Tagen erreichten sie den Erdtrabanten, den sie umkreisten und als erste Menschen von der anderen Seite erblickten. Mit Apollo 9 starteten am 3. März 1969 die Astronauten James McDivitt, David Scott und Russell Schweickart zu einem Testflug in den Erdorbit. Der Erprobungsflug, auf dem sie unter anderem die Landefähre und Manöver mit ihr testeten, galt der späteren Mondlandemission.

Generalprobe und Mondlandung

Apollo 10 flog am 18. Mai 1969 ins All zur Generalprobe für die Mondlandung mit Menschen. Thomas Stafford und Eugene Cernan in der Landefähre "Snoopy" trennten sich vom Apollo-Raumschiff, um den Anflug zu trainieren, der 14 Kilometer über der Mondoberfläche planmäßig beendet wurde. Mit dem Start von Apollo 11 wurde die spektakulärste Raumfahrtmission der Amerikaner erfüllt. Das Raumschiff mit den Astronauten Neil Armstrong, Edwin Aldrin und Michael Collins erreichte das Ziel des NASA-Raumfahrtprogramm: Neil Armstrong betrat in den frühen Morgenstunden am 21. Juli 1969 als erster Mensch den Mond mit den Worten: "Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit!" Ihm folgte Edwin Aldrin. Der Aufenthalt dauerte rund 22 Stunden. Bereits am 14. November 1969 startete Apollo 12 mit Charles "Pete" Conrad, Richard Gordon und Alan Bean zur zweiten Mondlandung. Ursprünglich war geplant, dass Kommandant Conrad als erster Mensch auf dem Mond landen sollte. Auch ein Teil der Besatzung von Apollo 13 sollte mit Start vom 11. April 1970 auf dem Mond landen. Doch die geplante Landung fand wegen der Explosion zweier Sauerstofftanks während des Flugs nicht statt. Jim Lovell, John Swigert und Fred Haise kamen unversehrt zur Erde zurück. Die dritte Stufe der Trägerrakete dagegen schlug mit einer Wucht von etwa zehn Tonnen TNT auf der Mondoberfläche ein und verursachte dort ein gewaltiges Erdbeben.

Der Golfball auf dem Mond

Mit Apollo 14 starteten am 31. Januar 1971 Stuart Roosa, Ed Mitchell und Alan Shepard, dem ersten US-amerikanischen Astronauten im All (1961). Er war es auch, der bei dieser Mission einen Golfball auf dem Mond mehrere hundert Meter weit schlug. Mit Apollo 15, die am 26. Juli 1971 abhob, war ein populärwissenschaftliches Experiment verbunden. David Scott und Jim Irwin landeten am 30. Juli 1971 auf dem Mond. Dort führte Scott Galileis These vom freien Fall im Vakuum TV-wirksam vor: Nachdem er einen Hammer und eine Feder zugleich fallen ließ, kamen beide ungeachtet der unterschiedlichen Masse gleichzeitig am Boden an. Ab dieser Mission wurde auch Lunar Roving Vehicle (LRV), das elektrisch betriebene Mondauto, eingesetzt, um die Mobilität der Astronauten zu erhöhen. Die vorletzte Apollo-Mission mit Ken Mattingly, John Young und Charles Duke trug die Bezeichnung 16 und startete am 16. April 1972. Auch der Ausfall des Navigationssystems konnten den Aufenthalt auf dem Mond vom  20. bis 24. April von Young und Duke nicht verhindern. Sie brachten Mondgestein als wissenschaftliches Souvenir mit auf die Erde zurück.

Die letzte Mondreise der Apollo-Mission

Die letzte Mondreise vollführten die Astronauten Eugene Cernan, Ronald Evans und Harrison Schmitt mit der am 7. Dezember 1972 gestarteten Apollo 17-Rakete. Mit drei Tagen und drei Stunden war es der längste Mondaufenthalt, an dem sie mit dem Mondauto rund 30 Kilometer zurücklegten. Es wurde dort zurückgelassen. Während des Fluges entstand das berühmte Bild "Blue Marbel" von der Erde aus ca. 45.000 km Entfernung, das sie als Blaue Murmel zeigt.

 

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