Biografie

Tizian

NameTiziano Vecellio

AliasTizian

Geboren am01.01.1488

GeburtsortPieve di Cadore (I).

Verstorben am27.08.1576

TodesortVenedig (I).

Tizian

Der italienische Maler, mit eigentlichem Namen Tiziano Vecellio, war einer der bedeutendsten Repräsentanten der Hochrenaissance im venezianischen Stil. Sein bemerkenswertes Stilmerkmal sind die strahlenden Farben. Die Zahl seiner Schöpfungen ist außerordentlich groß, besonders aus den letzten 40 Jahren seines Lebens, wo er zahlreiche Schüler zu Hilfe nahm. Tizians Bedeutung in der Malerei liegt in der Ausdruckskraft seiner Werke, die ihn von der plastischen und geradlinigen Kunstsprache eines Michelangelos oder Raffaels deutlich absetzt. Seine individuelle Stilsprache lag in der nuancenreichen Farbgebung und dem diagonalen Bildaufbau. Seine Malkunst prägte nicht nur Künstler seiner Zeit sondern ganze nachfolgende Generationen...
Tiziano Vecellio wurde etwa um das Jahr 1488 in Pieve di Cadore bei Venedig geboren.

Tiziano Vecellio war ein Schüler von Giovanni Bellini. Bereits in den Fresken zur Antoniuslegende aus dem Jahr 1511 ist die Ausdruckssprache der Figurenkomposition, einem Hauptmerkmal seiner späteren Werke, angelegt. Seine Landschaftsgemälde aus dieser Zeit sind geprägt von Fülle und die Farben darin von herausragender Intensität wie die Titel "Die drei Menschenalter" (um 1513) und "Himmlische und irdische Liebe" (um 1515) zeigen. Sein Frühwerk gipfelt in den Bacchanalien, die in der Zeit zwischen 1518 und 1523 entstanden. In ihrem Stil aus Bewegung und sinnlichen Elementen weisen sie auf die Barockkunst voraus.

In dieser Phase beschäftigte sich Tizian auch mit religiösen Motiven. Zwischen 1516 und 1518 entstand das Werk "Himmelfahrt Mariä", das sich durch seine Dramatik und die Leuchtkraft der Farben auszeichnet. Die gleiche Ausdruckskraft spricht aus der Arbeit mit dem Titel "Madonna des Hauses Pesaro" (1519–1526) für die Kirche Santa Maria di Frari in Venedig. Die Besonderheit des Bildes ist der Stilbruch von Tizian. Nicht mehr im Bildmittelpunkt befindet sich die Gottesmutter Maria, sondern der Künstler wies ihr den Platz in der rechte Bildmitte zu, so dass sich daraus ein diagonaler Bildaufbau ergibt. Durch diese inhaltliche Komposition erreichte Tizian seine ihm eigene und neue Bildbewegung.

Auch die diagonale Nutzung des Bildhintergrundes ergab eine Tiefenperspektive, so dass der Künstler durch diese Verfahren ein neues Kompositionsprinzip aufstellte. In den dreißiger Jahren des 16. Jahrhunderts war Tizian eine der bekanntesten und vornehmsten Adressen in der zeitgenössischen Malkunst. Adelige und der Hochadel ließen bei ihm Auftragsarbeiten anfertigen. In dieser Zeit waren seine Werke geprägt von einer harmonischen Farbgebung mit vielfältigen Nuancierungen, von einem hohen Detailvorkommen oder von Großformatigkeit. Der Manierismus, den er 1539 kennen lernte, bestimmte viele seiner Bilder, in denen er Kraft mit Bewegung verband.

Den Ausdruck dieser Schaffensperiode dokumentieren Titel wie "Venus von Urbino" (1538–1539), "Tempelgang Mariä" (1534–1538) oder "Santa Maria della Salute" (1543–1544). 1530 machte er in Bologna die Bekanntschaft von Kaiser Karl V. Der Regent, der sich einen Namen als wichtiger Kunstmäzen seiner Zeit gemacht hatte, ernannte ihn im Jahr 1533 zum Hofmaler. In den Jahren 1548 und 1550 hielt sich Tizian am Augsburger Hof auf und avancierte zu einem gefragten Portraitmaler. Noch in den Anfängen ordnete er sich der Portraitmalerei der Renaissance unter und idealisierte den Ausdruck wie die Bilder "Mann mit Handschuhen" (um 1523) oder "Flora" (um 1515) zeigen.

Erst später gelangte Tizian zu einer Psychologisierung der dargestellten Köpfe und Gesichter wie die Portraits von Federigo Gonzaga (um 1526), Papst Paul III. (1543), seinem Freund Pietro Aretino (1545), das Gruppenporträt Papst Paul III. mit seinen Neffen Kardinal Alessandro Farnese und Herzog Ottavio Farnese (1546) oder von Karl V. (1548) deutlich machen. Die Bewegungsmalerei und den expressiven Ausdruck behielt Tizian auch in seinem mythologischen und religiösen Alterswerk bei. Für Philipp II. von Spanien malte er einige mythologisch-erotische Bilder wie "Danaë" (um 1553), "Venus und Adonis" (1554) oder "Der Raub der Europa" (1559–1562).

In anderen Bilder dieser Phase geriet ihm die Pinselführung unruhiger und der Farbton dunkler so beispielsweise in den Werken "Der Tod des Aktäon" (um 1561), "Die Schindung des Marsyas" (um 1570 bis 1576) oder "Nymphe mit Schäfer" (um 1574). Die Naturgewalten in seiner mythologischen Thematik erhielten eine andere Dimension und waren im Farbauftrag wegweisend bis ins 20. Jahrhundert. Die religiöse Bildthematik in seiner künstlerischen Spätphase war gleichfalls verbunden mit der stärkeren Betonung von Farbe und Licht, die figürlichen Elemente rückten weiter in den Hintergrund. Zwischen den Jahren von 1562 und 1570 fertigte Tizian mehrere Selbstportraits an, in der er seine Resignation durchblicken lässt.

Sein letztes Gemälde "Pietà" blieb unvollendet. Letzte Hand legte der Maler Iacopo Palma il Giovane an, um es Fertigzustellen. Tizians Bedeutung in der Malerei liegt in der Ausdruckskraft seiner Werke, die ihn von der plastischen und geradlinigen Kunstsprache eines Michelangelos oder Raffaels deutlich absetzt. Seine individuelle Stilsprache lag in der nuancenreichen Farbgebung und dem diagonalen Bildaufbau. Damit schuf er neue Möglichkeiten in der Malerei, an denen sich unter anderem Maler wie Peter Paul Rubens, Diego Velázquez, Rembrandt, Eugène Delacroix und die Impressionisten orientierten.

Tizian starb am 27. August 1576 in Venedig.

NameTiziano Vecellio

AliasTizian

Geboren am01.01.1488

GeburtsortPieve di Cadore (I).

Verstorben am27.08.1576

TodesortVenedig (I).

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