Biografie

Theodor Heuss

Der deutsche Staatswissenschaftler und Journalist stellte von 1949 bis 1959 den ersten Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland. Er gehörte davor in der Weimarer Republik zu den herausragenden Persönlichkeiten der liberalen Partei. Nach seiner politischen Ausschaltung durch die Nationalsozialisten wirkte Theodor Heuss am politischen Wiederaufbau Deutschlands mit. Als erster Bundespräsident der neugegründeten Republik trug er von in seinen zwei Amtsperioden maßgeblich zur außenpolitischen Rehabilitation der neuen deutschen Demokratie bei. Zuletzt gehörte er politisch der FDP/DVP an. Auf mehreren Staatsbesuchen ins europäische Ausland, nach Kanada und in die USA warb er für das demokratische Selbstverständnis des neuen Deutschland...
Theodor Heuss wurde am 31. Januar 1884 in Brackenheim als Sohn eines Ingenieurs geboren.

Er besuchte das Gymnasium in Heilbronn, wo er 1902 das Abitur ablegte. Im Anschluss daran studierte Heuss Kunstgeschichte und Staatswissenschaften in München und Berlin. 1905 schloss er die Studien mit der Promotion in München ab. 1908 heiratete er Elly Heuss-Knapp, mit der er einen Sohn hatte und die 1952 verstarb. Das politische Engagement Heuss` begann in seiner Schul- und Studienzeit, als er sich dem Kreis um Friedrich Naumann anschloss. 1903 trat er in die Freisinnige Vereinigung ein, der er bis 1910 angehörte. Nach dem Studium leitete er von 1905 bis 1912 für Naumann die Zeitschrift "Die Hilfe" in Berlin. 1910 erfolgte der Eintritt in die Fortschrittliche Volkspartei, in der er sich bis 1918 engagierte.

Im Jahr 1912 wechselte Heuss zur "Neckarzeitung" in Heilbronn, deren Chefredakteur er bis 1918 war. Danach kehrte er nach Berlin zurück, um dort als Geschäftsführer des "Deutschen Werkbundes", als Redakteur der Wochenschrift "Deutsche Politik" und als Dozent an der Hochschule für Politik tätig zu werden. Im Zuge der Novemberrevolution von 1918 schloss sich Heuss der neugegründeten Deutschen Demokratischen Partei (DDP) an, für die er zunächst in der Bezirksversammlung von Berlin-Schöneberg, dann in der Stadtverordnetenversammlung von Berlin und schließlich von 1924 bis 1928 und 1930 bis 1933 im Reichstag der Weimarer Republik vertreten war.

Heuss gab außerdem von 1923 bis 1926 die Zeitschrift "Die Deutsche Nation" heraus. 1932 publizierte er eine Abhandlung über Adolf Hitler, die das gefährliche Potential des Nationalsozialismus offen legte. Dies brachte ihm die Gegnerschaft der Nationalsozialisten ein, nach deren Machtübernahme im Januar 1933 Heuss dann sein Reichstagsmandat und sein Lehramt an der Hochschule für Politik verlor. Dennoch gab Heuss 1933 bis 1936 unter starkem politischen Druck "Die Hilfe" heraus. Bis zum Zusammenbruch der nationalsozialistischen Herrschaft 1945 arbeitete er als freier Publizist, als welcher er unter dem Pseudonym "Brackenheim" u. a. für die "Frankfurter Zeitung" schrieb.

Im Jahr 1943 zog Heuss nach Heidelberg um, wo er nach Kriegsende zunächst die Lizenz zur Herausgabe der "Rhein-Neckar-Zeitung" von den amerikanischen Besatzungsbehörden erhielt. Wenige Monate später wurde er zum Kultusminister der neuen Landesregierung in Stuttgart berufen. 1946/47 lehrte er an der dortigen Technischen Hochschule Geschichte. In der Folge beteiligte sich Heuss als Mitglied, dann als Vorsitzender der neugegründeten Demokratischen Volkspartei (DVP) am Wiederaufbau Deutschlands, insbesondere an der Gründung des Landes Baden-Württemberg. Heuss war 1948 maßgeblich am Zusammenschluss der westdeutschen liberalen Parteien zur "Freien Demokratischen Partei" (FDP) beteiligt, als deren erster Bundesvorsitzender er 1948/49 fungierte.

Außerdem wirkte er 1948/49 als Mitglied des Parlamentarischen Rates in Bonn entscheidend an der Formulierung des Grundgesetzes der sich konstituierenden Bundesrepublik Deutschland mit. Im August wurde Heuss in den ersten Deutschen Bundestag gewählt, wo er den Vorsitz der FDP-Fraktion übernahm. Einen Monat später kürte ihn die Bundesversammlung zum ersten Bundespräsidenten der Bundesrepublik, der diese Funktion durch seine Wiederwahl von 1954 für zwei Amtsperioden von 1949 bis 1959 wahrnahm. Als Bundespräsident suchte Heuss die Kulturtradition des Landes wiederzubeleben, die durch die nationalsozialistische Diktatur verschüttet worden war. 1952 erklärte er die dritte Strophe des Deutschlandliedes zur neuen Nationalhymne der Bundesrepublik.

Auf mehreren Staatsbesuchen ins europäische Ausland, nach Kanada und in die USA warb Heuss für das demokratische Selbstverständnis des neuen Deutschland. Der erste Bundespräsident trug somit maßgeblich zur wachsenden Anerkennung der Bundesrepublik und zum Abbau der Vorurteile gegenüber Deutschen im Ausland bei. Als 1959 Heinrich Lübke seine Nachfolge antrat, wechselte Heuss nach Stuttgart, wo er in den folgenden Jahren seine Biographie niederschrieb und sich mehreren anderen publizistischen Arbeiten widmete. Heuss wurde durch zahlreiche Ehrendoktorwürden ausgezeichnet. 1959 erhielt er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

Theodor Heuss starb am 12. Dezember 1963 in Stuttgart. Im folgenden Jahr wurde der Theodor-Heuss-Preis gestiftet, der seither von der gleichnamigen Stiftung zur Auszeichnung von beispielhafter demokratischer Gesinnung verliehen wird.

Ende April 2005 wurde der von Hildegard Hamm-Brücher ins Leben gerufene Theodor-Heuss-Preis zum 40. Mal vergeben.


Theodor Heuss < > Heinrich Lübke

NameTheodor Heuss

Geboren am31.01.1884

SternzeichenWassermann 21.01 - 19.02

GeburtsortBrackenheim (D).

Verstorben am12.12.1963

TodesortStuttgart (D).

google-site-verification: google44cc944cebb47e16.html