Biografie

Hieronymus Bosch

Der niederländische Maler gilt als Vorreiter der satirischen Sittenbildmalerei und Landschaftsmalerei. Zu seinen Hauptwerken zählen die Titel "Weltgericht", "Der Heuwagen" und "Der Garten der Lüste". Seine religiösen Themen stattete Hieronymus Bosch oft mit phantastischen, grotesk-satirischen Visionen aus. In seinen Werken fand vielfach das Alltagsleben Eingang. Ein wichtiges Element ist auch die Landschaft als Stimmungsträger. Daher gilt er als wichtiger Vorläufer der späteren modernen Landschaftsmalerei. Die Symbolhaftigkeit seiner Werke ist den heutigen Betrachtern weitgehend nicht mehr bekannt, da Bosch keine schriftlichen Aufzeichnungen zu seinen Werken hinterlassen hat...
Hieronymus Bosch wurde als Sohn einer Malerfamilie um das Jahr 1450 in s` Hertogenbosch geboren.

Mit eigentlichem Namen hieß er Hieronymus van Aeken. Zur Ausbildung von Hieronymus Bosch ist wenig bekannt. Er stammt aus einer Malerfamilie und hatte vermutlich in der Werkstatt seines Vaters das Kunsthandwerk gelernt. Wie damals üblich übernahm Hieronymus van Aeken den Namen seiner Geburtsstadt für seine Signatur und wurde bekannt als Hieronymus Bosch. 1478 heiratete er die wohlhabende Aleyt Goyaert van de Mervenne, wodurch er ein unabhängiges Leben führen konnte. In seiner Geburtsstadt gehörte er der Bruderschaft "Unserer Lieben Frau" an, für deren Kapelle er Glasfenster und ein Kreuz anfertigte.

Eine Tischplatte mit seinen Hauptthemen Tod, Jüngstes Gericht, Himmel und Hölle gilt als ein Werk aus seiner frühen Schaffensphase. So zeigt er den Menschen in seinen beiden Bildern "Der Gaukler" und "Der Tod des Geizhalses" mit seinen Lastern, die ihn selbst plagen. In einem seiner Hauptwerke "Der Garten der Lüste" wird ein unheilvolles Liebesfest mit monströsen Gestalten in symbolhafter Gestaltung dargestellt. Seine drastische Bildsprache findet sich auch in dem Titel "Jüngstes Gericht" (1504) wieder, das sich mit der Hölle beschäftigt. Das Altarbild entstand als Auftragsarbeit für Philipp den Schönen von Burgund. Es dokumentiert die zeitgenössische Bekanntheit des niederländischen Künstlers. Zu seinen weiteren Auftraggebern zählten unter anderem die Kirche oder Margarethe von Österreich sowie König Philipp II. von Spanien.

Hieronymus Bosch verband in seinem Schaffen und seiner religiösen Thematik eine realistische Sichtweise mit grotesk-satirischen Elementen und pessimistischen Kommentierungen. Sein Interesse galt ebenso Szenen aus dem alltäglichen Leben. Diese umfassende Perspektive von Religion und Alltagsleben war Zeugnis der ausgehenden mittelalterlichen Weltsicht. Boschs Werk stellt noch die Einheit von Form und Inhalt dar. In seinen Bildern spielen Landschaften als Stimmungsträger eine wichtige Rolle. Daher gilt Bosch als wichtiger Vorläufer der späteren modernen Landschaftsmalerei. Auch in der Ikonenmalerei, die er mit vier Phantasie realisierte, schuf der Künstler Neues. In ihr steht die Verbildlichung von Themen, Anspielungen und Symbolen im Vordergrund und nicht so sehr das darstellbare Unterbewusstsein. Boschs Bilder waren trotz der Symbolhaftigkeit für seine Zeitgenossen ein offenes Buch.

Doch heute fehlt das Verständnis für die traditionellen Anspielungen und Symbole. In nachfolgenden Kunstströmungen wurden die Werke von Bosch unterschiedlich interpretiert. So wagten sich die Surrealisten an die Deutung mit Hilfe der Traumanalyse. Die Einzelwerke von Bosch in chronologischer Reihe zu dokumentieren, ist ein unmögliches Unterfangen, da zahlreiche Originalwerke verschwunden sind. Bereits zu Boschs Lebzeiten wurden von seinen Werken wegen der großen Nachfrage oftmals Kopien angefertigt; darüber hinaus gab es Fälschungen seiner Signatur. Dagegen steht die Echtheit seiner beiden Hauptwerke "Der Heuwagen" und "Der Garten der Lüste" heute vollständig außer Zweifel. Gleichfalls steht Hieronymus Bosch zweifelsfrei als Maler des Tafelbildes des Escorial fest, das einmal Philipp II. von Spanien gehörte.

Zu seinen weiteren bedeutenden Werken zählen unter anderem die Gemälde "Schaustellung Christi vor dem Volke" und "Das Narrenschiff". Besonders durch das "Narrenschiff", Sebastian Brant schrieb im Jahr 1494 eine gleichnamige Satire als ersten Bestseller in deutscher Sprache, machte sich Hieronymus Bosch einen Namen als Maler des zeitgenössischen Sittenbildes. Anregungen aus seinem Werke holten sich unter anderem die Surrealisten und der altniederländische Meistermaler Pieter Bruegel.

Hieronymus Bosch starb 1516 in s` Hertogenbosch.

NameHieronymus van Aeken

AliasHieronymus Bosch

Geboren am01.01.1450

Geburtsorts` Hertogenbosch (NL).

Verstorben am01.01.1516

Todesorts` Hertogenbosch (NL).