Biografie

Harry S. Truman

Der US-amerikanische Politiker, Geschäftsmann und Farmer stellte von 1945 bis 1953 den 33. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika. Harry Truman war im Zweiten Weltkrieg verantwortlich für die umstrittenen Atombombenabwürfe auf Japan und führte in der unmittelbaren Nachkriegszeit die USA in den Kalten Krieg gegen die Sowjetunion. Durch die Truman-Doktrin, den Marshall-Plan, die Berliner Luftbrücke und den Korea-Krieg erhob er die USA zur ideologischen Führungsmacht des "freien Westens", was dann auch zu einer Verschärfung des Ost-West-Konflikts und zu mancher innenpolitischen Hysterie Anlass gab...

Die Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika
Harry S. Truman wurde am 8. Mai 1884 in Lamar (Missouri, USA) geboren.

Nach der Highschool ging er von 1900 bis 1905 unterschiedlichen kleinen Geschäftstätigkeiten nach. 1906 bis 1917 bewirtschaftete er die elterliche Farm in Independence in Missouri. Nach dem Eintritt der USA in den Ersten Weltkrieg 1917 ging Truman zur Army, um als Hauptmann in Frankreich zu kämpfen. Nach Kriegsende gründete er mit einem Freund ein Konfektionsgeschäft in Kansas City, das 1921 bankrott ging. 1919 heiratete Truman Bess Wallace, mit der er eine Tochter bekam. In den 1920er Jahren engagierte sich Truman in der Demokratischen Partei. Als deren Vertreter für Missouri wurde er 1934 in den US-Senat gewählt, wo er bis 1944 vertreten war.

Dort erwarb er sich als Vorsitzender des "Special Committee to Investigate the National Defense Program" bald großes Ansehen. 1944 wurde Truman unter Präsident Franklin D Roosevelt zum Vizepräsidenten gewählt. Nach dem Tod Roosevelts im April 1945 folgte ihm Harry S. Truman als 33. US-Präsident im Präsidentenamt nach. Bereits im Juli 1945 trat der neue Regierungschef als souveräner Staatsmann auf der Potsdamer Konferenz auf, wo er mit Josif W Stalin und dem britischen Premier-Min. C. Attlee einen Kompromiss über die Behandlung des besiegten Deutschlands herbeiführte. Einen Monat später ordnete Truman den Abwurf der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki an, mit dem die bedingungslose Kapitulation Japans herbeigeführt werden sollte, dessen militärische Notwendigkeit jedoch äußerst umstritten blieb.

Der Einsatz der Atombombe erfüllte vielmehr im Vorfeld des Kalten Krieges auch die Funktion, gegenüber der Sowjetunion die militärische Stärke der USA zu demonstrieren. Nach Kriegsende hatte Truman im Innern mit einer steigenden Inflation und sozialen Spannungen zu kämpfen, die sich in Streiks und Rassenunruhen niederschlugen. Seine Gegenmaßnahmen wurden durch einen von Republikanern beherrschten Kongress torpediert. Im Zuge des beginnenden Kalten Krieges entwickelte der amerikanische Präsident vor dem Hintergrund der Krise in Griechenland und in der Türkei, die in die Einflusssphäre der Sowjetunion zu geraten schienenen, ein entsprechendes Hilfsprogramm, das als "Truman-Doktrin" in die Geschichte einging. In seiner Rede vor dem Kongress warb Truman am 12. März 1947 für sein Programm einer Militär- und Wirtschaftshilfe von 400 Millionen US$ für die beiden genannten Länder.

Der Präsident rechtfertigte dabei die Investition mit der Verpflichtung der USA zur Unterstützung aller freiheitlich-demokratischen Nationen, die durch totalitär-kommunistische Aggressionen bedroht seien. In Hinblick auf die wirtschaftliche und strategische Bedeutung des östlichen Mittelmeerraumes übertrieb die Truman-Doktrin bewusst die sowjetischen Expansionsbestrebungen, um in der amerikanischen Öffentlichkeit die notwendige Unterstützung für die Eröffnung des Kalten Krieges zu finden. Der Stabilisierung der "freien Welt" und der Politik des "Containment", die eine Ausweitung des sowjetischen Einflussbereiches verhindern sollte, diente kurz darauf auch der unter Truman aktivierte "Marshall-Plan": Es handelte sich um eine einzigartige Hilfsmaßnahme zum Wiederaufbau Westeuropas und zur Unterstützung westlich orientierter Staaten auf der ganzen Welt.

Vor dem Hintergrund des sich verschärfenden Ost-West-Konflikts trug Truman zur Gründung der NATO, des Geheimdienstes CIA und 1948 zur Realisierung der legendären Luftbrücke bei, mit der die Berliner Blockade überwunden werden konnte. Nachdem Harry S. Truman 1949 mit überwältigender Mehrheit wiedergewählt worden war, trieb er in seiner zweiten Amtszeit den Kalten Krieg mit der Entwicklung der Wasserstoffbombe und 1950 mit der US-amerikanischen Intervention in Korea weiter voran. Im Innern steigerte sich angesichts des sich verschärfenden Kalten Krieges der Eindruck innerer und äußerer Bedrohung bis zur Hysterie. Das daraus erwachsende Klima der Unsicherheit und des Misstrauens erreichte durch die juristisch-moralische Verfolgung linksdemokratischer Exponenten durch McCarthy seinen Höhepunkt und minderte das Ansehen der Truman-Administration erheblich.

Im Jahr 1953 schied Truman aus dem Präsidentenamt aus und zog sich weitgehend ins Privatleben zurück. Nur in den 1960er Jahren tat er sich nochmals in Unterstützung von Präsident Lyndon B. Johnson auf der politischen Bühne hervor.

Harry S. Truman starb am 26. Dezember 1972 in Kansas City.


Die Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika

NameHarry S. Truman

Geboren am08.05.1884

SternzeichenStier 21.04 - 21.05

GeburtsortLamar, Missouri (USA)

Verstorben am26.12.1972

TodesortKansas City (USA)