Biografie

Carl Anton Henschel

Der Frühindustrielle und Eisenbahnpionier fertigte in seinem Unternehmen in Kassel im Jahr 1848 die erste kurhessische Lokomotive an. Das Henschel Werk entwickelte sich zum größten Lokomotivbauer Deutschlands. Darüber hinaus erfand Carl Anton Henschel die erste axial durchströmte Turbine und den "liegenden Kasseler Ziegelflammofen". Neben dem Maschinenbau befasste sich der erfolgreiche Erfinder auch mit Architektur und entwarf das markante Gießhaus in Kassel. In den 1930er Jahren entwickelte sich Henschel postum zum größten Lokomotivhersteller Europas. Zu den bedeutendsten Lokomotiven der Henschel-Werke in Kassel gehört die erste Heißdampflokomotive der Welt, die im Jahr 1898 ausgeliefert wurde.
Carl Anton Henschel wurde als Sohn des Geschütz- und Glockengießers Georg Christian Carl am 23. April 1780 in Kassel geboren.

Henschels Vater gründete im Jahr 1810 eine Gießerei und Maschinenfabrik, die Henschel-Werke in Kassel. Auch Carl Anton Henschel interessierte sich für die Technik. Bereits im Jahr 1803 entwarf er eine Dampflokomotive. 1817 erhielt Henschel ein Patent auf einen Dampfwagen. Später entwickelte er einen sogenannten "liegenden Kasseler Ziegelflammofen", der von den Thurnauer Töpfern verwendet wurde. Ab dem Jahr 1930 entstanden Abwandlungen dieses Ofentyps. 1837 erfand Carl Anton Henschel die erste axial durchströmte Turbine zur Energiegewinnung. Sie wurde von Produktionsunternehmern zur Nutzung der Wasserenergie eingesetzt, da Kohle damals ein sehr teurer Energiespender war.

Im gleichen Jahr eröffnete Henschel ein zweites Werk in Kassel, am Holländischen Platz. Dort baute er die erste Lokomotive für Kurhessen. Am 29. Juli 1848 wurde sie ausgeliefert und kam an der im Jahr 1844 gegründeten Kurfürst-Friedrich-Wilhelms-Nordbahn erstmals zum Einsatz. Die Bahn wurde als Aktiengesellschaft betrieben, und auch Henschel war Aktionär dieses Bahnunternehmens. Carl Anton Henschel spezialisierte sich auf den Bau von Lokomotiven. Zunächst fertigte er die Zugmaschinen in Einzelanfertigung, wobei er aber eine hohe Stückzahl erreichen konnte. Durch Normteile fand Henschel schnell zur Serienproduktion, wodurch er die Stückzahlen noch weiter in die Höhe treiben konnte.

Carl Anton Henschel starb im Jahr 1861 in Kassel.

Die Henschel-Werke entwickelten sich Anfang des 20. Jahrhunderts zu einem der größten Lokomotivbauer Deutschlands. Ende der zwanziger Jahre übernahm das Werk Teile anderer Unternehmen, darunter auch Hanomag. In den dreißiger Jahren entwickelte sich Henschel zum größten Lokomotivhersteller Europas. Zu den bedeutendsten Lokomotiven der Henschel-Werke in Kassel gehört die erste Heißdampflokomotive der Welt, die im Jahr 1898 ausgeliefert wurde. 1910 stellte Henschel die erste elektrische Lokomotive her und fünf Jahre später folgte die erste Lok von Henschel mit Vergasermotor. 1961 übernahm Henschel zum Teil die Produktion von Dieselloks der Maschinenfabrik Esslingen.

Ab dem Jahr 1962 firmierte Henschel als Aktiengesellschaft. Zwei Jahre später übernahmen die Rheinischen Stahlwerke die Henschel-Aktien und das Unternehmen nannte sich "Rheinstahl Henschel AG". 1969 gab Henschel den Diesellokbau an das Unternehmen Klöckner-Humboldt Deutz AG in Köln-Deutz ab. Die Rheinstahl AG ging im Jahr 1976 in die August Thyssen-Hütte AG ein als Kasseler Werk "Thyssen Henschel". 1990 wurde die "ABB Henschel AG" gegründet, mit Firmensitz in Mannheim. Ab dem 1. Januar 1996 verschwand der Firmenname des ehemaligen Lokomotivherstellers Henschel in der Bezeichnung "ABB Daimler Benz Transportation Adtranz" als Zusammenschluss der Firmenbereiche "Verkehr" von Daimler Benz und ABB.

NameCarl Anton Henschel

Geboren am01.01.1780

SternzeichenJungfrau 24.08 -23.09

GeburtsortKassel (D).

Verstorben am01.01.1861

TodesortKassel (D).

google-site-verification: google44cc944cebb47e16.html